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Tutorium Kostenrechnung


Innerbetriebliche Leistungsverrechnung





Teil 1
1.
Im Materialbereich sind 80.000 € an Einzelkosten und 25.000 € an Gemeinkosten angefallen. Davon wurden 8.000 € an Einzelkosten und 5.000 € an Gemeinkosten für den Vertriebsbereich erbracht.

Der Fertigungsbereich weist Einzelkosten von 135.000 € und Gemeinkosten von 95.000 € auf, wovon 15.000 € Einzelkosten und 10.000 € Gemeinkosten für den Vertriebsbereich entstanden sind.

Im Vertriebsbereich fielen 45.000 € und im Verwaltungsbereich 40.000 € an.
Führen Sie eine innerbetriebliche Leistungsverrechnung durch gemäß dem
a) Kostenartenverfahren,
b) Kostenstellenausgleichsverfahren,
c) Kostenträgerverfahren.


2.
Die primären Gemeinkosten zweier Kostenstellen betragen:
Kostenstelle A: 10.000 €
Kostenstelle B: 20.000 €
Kostenstelle A erbrachte 50.000 Leistungseinheiten, wovon 8.000 Einheiten an Kostenstelle B gegeben wurden.
Kostenstelle B erstellte 12.000 Leistungseinheiten, von den 3.000 Leistungseinheiten an Kostenstelle A geliefert wurden.
Ermitteln Sie die Verrechnungssätze und die sekundären Gemeinkosten (= Gemeinkosten nach Verrechnung) der beiden Kostenstellen.



Teil 2

Verteilen Sie die Gemeinkosten anhand der gegebenen Verteilungsschlüssel:


Gemeinkosten Betrag in € Material Fertigung Verwaltung Vertrieb
Hilfsstoffe 15.000 3 9 1,5 1,5
Stromkosten 30.000 1 10 3 1
Hilfslöhne 40.000 4 30 0 6
Gehälter 45.000 4.500 9.000 27.000 Rest
Sozialkosten 30.000 6 36 12 6
Instandhaltung 10.000 2 7 0 1
Büromaterial 5.000 0,5 0,5 3 1
Gewerbesteuer 10.000 100 650 150 100
Versicherungen 15.000 600 1800 200 400
Abschr. Gebäude 60.000 500 1300 700 500
Abschr. Masch. 80.000 0 100 0 0
Abschr. BA 30.000 10 80 0 10
Abschr. GA 20.000 5 5 80 10
Kalk. Unternehmerlohn 10.000 1 3 4 2


Gemeinkosten Betrag in € Material Fertigung Verwaltung Vertrieb
Hilfsstoffe 15.000
Stromkosten 30.000
Hilfslöhne 40.000
Gehälter 45.000
Sozialkosten 30.000
Instandhaltung 10.000
Büromaterial 5.000
Gewerbesteuer 10.000
Versicherungen 15.000
Abschr. Gebäude 60.000
Abschr. Masch. 80.000
Abschr. BA 30.000
Abschr. GA 20.000
Kalk. Unternehmerlohn 10.000
Summe der Gemeinkosten

schnelle Kontrolle:
...

Innerbetriebliche Leistungsverrechnung (IBL)
Innerbetriebliche Leistungen sind interne Leistungen des Unternehmens, die im …. eingesetzt werden.
Es gibt zwei Arten von innerbetrieblichen Leistungen, die sich nach ihrem … unterscheiden lassen:
- Leistungen, die noch …
verbraucht werden. Sie sind nicht aktivierungsfähig und sind sofort zwischen den Kostenstellen zu verrechnen.
- Leistungen, die … genutzt werden, z. B. Maschinen. Sie sind als Kostenträger anzusehen und zu aktivieren.

1. Einseitige Leistungsverrechnung
Bei der einseitigen Leistungsverrechnung wird unterstellt, dass die Leistungen nur in eine Richtung „fließen.“ Die leistenden Kostenstellen erhalten keine Leistungen von den Kostenstellen, denen sie ihre Leistungen erbringen.

a) Kostenartenverfahren

Bei diesem Verfahren werden die leistenden Kostenstellen von … entlastet,
die durch innerbetriebliche Leistungen angefallen sind. Die leistungsempfangende Kostenstelle wird in Höhe dieser Einzelkosten …, aber in Form von … Die in der leistenden Kostenstelle anfallenden Gemeinkosten werden nicht auf die leistungsempfangende Kostenstelle verrechnet.
Vorteile: …
Nachteile: …

Beispiel:
Der Materialbereich hat 6.000 €, der Fertigungsbereich 4.500 € an Einzelkosten für den Vertriebsbereich erbracht. Damit ergeben sich folgende Daten:

Material Fertigung Verwaltung Vertrieb
Einzelkosten 50.000 35.000
Gemeinkosten 22.000 33.000 20.000 18.000
Entlastung EK
Belastung GK
EK nach IBL
GK nach IBL

b) Kostenstellenausgleichsverfahren

Das Kostenstellenausgleichsverfahren hat mit dem Kostenartenverfahren gemeinsam, dass die ... der innerbetrieblichen Leistung der empfangenden Kostenstelle als Gemeinkosten verrechnet werden.
Zusätzlich werden beim Kostenstellenausgleichsverfahren aber auch die durch die innerbetriebliche Leistung verursachten … der leistenden Kostenstelle auf die empfangende Kostenstelle verrechnet.

Wie beim Kostenartenverfahren ist es beim Kostenstellenausgleichsverfahren nur möglich, innerbetriebliche Leistungen zwischen Hauptkostenstellen zu verrechnen.


Beispiel:
Der Materialbereich hat 6.000 € an Einzelkosten und 1.500 € an Gemeinkosten, der Fertigungsbereich 4.500 € an Einzelkosten und 2.000 € an Gemeinkosten für den Vertriebsbereich geleistet.

Material Fertigung Verwaltung Vertrieb
Einzelkosten 50.000 35.000
Gemeinkosten 22.000 33.000 20.000 18.000
Entlastung EK
Entlastung GK
Belastung GK
EK nach IBL
GK nach IBL

c) Kostenträgerverfahren

Bei diesem Verfahren werden die Einzelkosten und Gemeinkosten der innerbetrieblichen Leistung von der leistenden Kostenstelle nicht auf die empfangende Kostenstelle übertragen, sondern auf eine Ausgliederungsstelle.

Beispiel:
Gleiche Daten wie im Beispiel für das Kostenstellenausgleichsverfahren.

Material Fertigung Verwaltung Vertrieb Ausgliederungsstelle
Einzelkosten 50.000 35.000
Gemeinkosten 22.000 33.000 20.000 18.000
Entlastung EK
Entlastung GK
Belastung GK
EK nach IBL
GK nach IBL

2. Gegenseitige Leistungsverrechnung

Bei der gegenseitigen Leistungsverrechnung wird berücksichtigt, dass ein …Leistungsaustausch zwischen Kostenstellen erfolgt.

Verfahren:
- Verrechnungspreis-Verfahren
- Mathematisches Verfahren

a) Verrechnungspreis-Verfahren
Die gegenseitige Leistungsverflechtung ist am einfachsten aufzulösen, indem die innerbetrieblichen Leistungsmengen mit Verrechnungspreisen bewertet werden.

b) Mathematisches Verfahren
Das mathematische Verfahren ist das genaueste Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung. Dabei bedient man sich folgender Gleichungen:

m1*q1 = Kp1 + l21*q2
m1*q2 = Kp2 + l12*q1

m1 = Leistungseinheiten der Kostenstelle 1
m2 = Leistungseinheiten der Kostenstelle 2
q1 = Kostensatz pro Leistungseinheit der Kostenstelle 1
q2 = Kostensatz pro Leistungseinheit der Kostenstelle 2
Kp1 = Primärkosten der Kostenstelle 1
Kp2 = Primärkosten der Kostenstelle 2
l21 = Leistung der Kostenstelle 2 an Kostenstelle 1
l12 = Leistung der Kostenstelle 1 an Kostenstelle 2

Beispiel:
Es werden die Kostenstellen
- Reparaturwerkstatt (KSt 1) und
- Stromversorgung (KSt 2)
betrachtet. Die Leistung der KSt 1 betrug insgesamt 1.000 Leistungseinheiten, wovon 400 Einheiten an KSt 2 gegeben wurden. Die KSt 2 erstellte 60.000 Leistungseinheiten, von denen 15.000 Leistungseinheiten an die KSt 1 geliefert wurden. Die Kosten vor Verrechnung der Kostenstellen betrugen 20.000 € für KSt 1 und 3.000 € für KSt 2 (=Primärkosten).
Die beiden Kostensätze pro Leistungseinheit sind:...

KSt 1 KSt 2
Primärkosten
+ Sekundärkosten
= Gesamtkosten
- Verrechnete Kosten
= Kosten nach Verrechnung

Kostenträgerzeitblatt
-> Vergleich von Normal- und Istkosten einer Periode
-> Grundlage ist der BAB (Gemeinkosten auf Istbasis) und die Daten aus der Vorkalkulation (Normalkosten)
-> Ermittlung von Kostenüberdeckungen (KÜ = +) und Kostenunterdeckungen (KU = -)

Beispiel:
Der BAB weist folgende Gemeinkosten aus:
Materialstelle: 47.900
Fertigungsstelle 1: 246.000
Fertigungsstelle 2: 348.000
Verwaltungsstelle: 60.295
Vertriebsstelle: ?

Einzelkosten:
Fertigungsmaterial: 239.500
Fertigungslöhne 2: 174.000

Weitere Angaben:
- Istzuschlagsatz Fertigung1: 150 %
- Normalzuschlagsätze:
  • Fertigung 2: 204 %
  • Verwaltung: 5 %
  • Vertrieb: 8 %
- Kostenunterdeckung in der Materialstelle: 9.580 €
- HKA auf Normalkostenbasis: 1.213.500 €
- BVUE: Mehrung i. H. v. 45.500 €
- AB Fertigerzeugnisse: 75.000 €
- SB Fertigerzeugnisse: 43.000 €
- Bei einem Betriebsergebnis von 49.392 € betrugen die Umsatzerlöse 1.400.000 €.

Istzuschlag % Istkosten KU/KÜ Normalzuschlag % Normalkosten
FM
MGK
FL1
FGK1
FL2
FGK2
=HKA
BVUE
=HKFE
BVFE
=HKU
VwGK
VtGK
=SK
Erlöse
=Umsatzergebnis
KU/KÜ gesamt
= Betriebsergebnis

Berechnen Sie mit Hilfe des Kostenträgerzeitblattes alle fehlenden Zuschlagsätze, Kostenüber- und Kostenunterdeckungen und das Umsatzergebnis.

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