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Letzte Änderung am 2020-05-13 16:39:40 durch Frederike.Mohr
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# Einführung in Open Source und die Anwendung in Lehre und Forschung

## A. Einleitung

Open Source ist ein ständig wachsender Teil des Softwaremarktes.<sup><a href="#fn1">[1]</a></sup> Da der Erhalt der Software nur mit einem Klick getätigt werden kann und dazu kostenlos ist, ist dies kein Wunder.
Dennoch ist Open Source für die meisten immer noch ein unbekanntes Thema. Diese Unkenntnis kann im Verlauf der Benutzung - alleine schon im Download der Software - Probleme aufbringen und mehr Schaden anrichten als vielfach angenommen wird.
Um Licht in diese Unkenntnis zu bringen wird im folgendem Open Source in seine Hauptelemente aufgefächert und Anwendungen in der Lehre und Forschung aufgezeigt.
Dafür wird zunächst auf einige Begriffe eingegangen, um das Verständnis zu erleichtern. Darauffolgend wird die Frage beantwortet „Was ist Open Source Software?“, mit Hilfe der Definition der Open Source Initiative und der Abgrenzung zu anderen Softwarearten. Im Weiteren wird auf die Lizensierung von Open Source Software, als eine der Hauptelemente eingegangen und die verschiedenen Möglichkeiten. Von alle dem ableitend wird die Anwendung von unterschiedlicher Open Source Software in Lehre und Forschung aufgezeigt, um den Nutzen von Open Source zu verbildlichen. Abschließend wird Stellung zum ganzen Themenbereich genommen.

## B. Begriffe

### I. Open Source

Der Begriff „Open Source“ wurde erstmalig am 03.02.1998 in Palo Alto, Kalifornien beim ersten Treffen der späteren Gründungsmitglieder der Open Source Initiative, verwendet.<sup><a href="#fn2">[2]</a></sup> Aus Anlass der Veröffentlichung des Netscape Source Code, fanden sich Eric Raymond, Bruce Perens, Michael Tiemann und John Hall zusammen, um die Öffentlichkeit über Open Source zu informieren und dafür zu werben.<sup><a href="#fn3">[3]</a></sup> <sup><a href="#fn4">[4]</a></sup>
Der Begriff „Open Source“ bezieht sich dabei auf Software-Quellcode, der Nutzung und Bearbeitung frei verfügbar ist. Diese wird nach den Modellen der Open Source in Rahmen einer Lizenz angeboten und kann unentgeltlich genutzt und verändert werden.<sup><a href="#fn5">[5]</a></sup>

### II. Open Source Initiative

Die Open Source Initiative - abgekürzt als OSI - wurde Ende Februar 1998 als Non-Profit-Organisation gegründet. Ihr Ziel ist es, die die Verwendung von Open Source Software auf kommerziellen Ebenen zu fördern und zu schützen.<sup><a href="#fn6">[6]</a></sup>
Um ihrer selbst aufgetragenen Aufgabe nachzukommen, bietet die Organisation über ihre Webseite (https://opensource.org) weitreichende Informationen und Hilfe zum Thema Open Source an. Weiterhin bietet sie die Möglichkeit, ein Mitglied der Organisation selbst zu werden, um diese in ihrer Aufgabe zu unterstützen.<sup><a href="#fn7">[7]</a></sup>

Ein besonderes Angebot der Initiative ist es, Open Source Software zu zertifizieren.<sup><a href="#fn8">[8]</a></sup> Mit der Zertifizierung wird belegt, dass es sich beim Software-Quellcode um Open Source handelt und dies den Standards der OSI entspricht.<sup><a href="#fn9">[9]</a></sup> Die OSI versucht dadurch, den Begriff der Open Source zu schützen und Missbrauch zu verhindern.<sup><a href="#fn10">[10]</a></sup>


## C. Was ist Open Source Software?

Der Begriffsdefinition folgend handelt es sich bei Open Source Software um einen Software-Quellcode, der von den Erstellern zur freien Nutzung angeboten wird. Hierbei kann die Software in ihrer Ursprungsform sowohl benutzt als auch verändert werden. Die Nutzung wird dabei durch ein Lizenzmodell geregelt, welches von den Anbietern der Software festgelegt wird. Hierbei kann das Modell bestimmten Rahmenbedingungen der OSI folgen.<sup><a href="#fn11">[11]</a></sup>
Der Begriff wird konkretisiert durch zehn Merkmale, die von der OSI zur Feststellung einer Zertifizierung anwendet. Daneben muss eine Abgrenzung zu anderen Softwaremodellen mit ähnlichem Aufbau vorgenommen werden.

### I. Zehn Merkmale von Open Source Software

Die zehn Merkmale, die von der Open Source Initiative aufgestellt werden <sup><a href="#fn12">[12]</a></sup>, leiten sich von den Debian Free Software Guidelines (DFSG) ab <sup><a href="#fn13">[13]</a></sup> :

1. **Freie Verteilung**
Die Lizensierung darf niemanden daran hindern, die Software zu verkaufen oder sie in einer Software-Distribution mit anderer Software zusammen weiterzugeben.
Weitergehend darf für die Software kein Entgelt oder eine andere Art von Gebühr verlangt werden.

2. **Quellcode**
Das Programm muss in der Form des Quellcodes vorliegen. Eine Weitergabe muss im Quellcode als auch in dessen kompilierten Form <sup><a href="#fn14">[14]</a></sup> <sup><a href="#fn15">[15]</a></sup> erlaubt sein.
Wenn ein Teil des Programmes nicht in Form eines Quellcodes vorliegt, muss eins bekannten Mittels vorliegen, den Quellcode auf andere Weise zu erhalten. Die Verwendung von anderen Mitteln zur Nutzung der Software, müssen zu einem angemessenen Entgelt erwerbbar sein. Die Angemessenheit des Entgeltes ergibt sich situationsbedingt aus dem Anwendungsziel der Software, vorzugsweise sollte es sich um ein Mittel handeln, welches unentgeltlich im Internet vorliegt.
Der Quellcode muss in einer Form sein, die von einem Programmierer bevorzugt werden würde.
Zwischenformulare wie die Ausgabe eines Prozessors oder Übersetzers des Quellcodes sind unzulässig.

3. **Abgeleitete Software**
Veränderungen der Software müssen von ihren Nutzern vorgenommen werden können. Hierbei muss erlaubt sein, dass die veränderte Software in dem gleichen Rahmen der Lizenz der ursprünglichen Software verboten werden darf.

4. **Integrität von Autoren Source Code**
Die Lizenz darf die Weitergabe von verändertem Quellcode nur dann verbieten, wenn sie die Weitergabe von so genannten Patch-Dateien mit dem Quellcode erlaubt. Diese dienen dazu, das Programm vor seiner Herstellung zu modifizieren.
Die Lizenz muss ausdrücklich die Weitergabe, der aus dem veränderten Quellcode erzeugten Programme erlauben.
Die Lizenz darf fordern, dass die veränderten Programme einen anderen Namen oder eine andere Versionsnummer tragen müssen.

5. **Keine Diskriminierung gegen Personen oder Gruppen**
Die Lizenz darf keine Person oder Gruppe von Personen diskriminieren.

6. **Keine Diskriminierung gegen bestimmte Arbeitsfelder**
Die Lizenz darf keine Einschränkungen hinsichtlich der Arbeitsfelder vornehmen. Beispielsweise darf sie nicht verhindern, dass das Programm geschäftlich oder für genetische Forschungen verwendet wird.

7. ** Weitergabe der Lizenz**
Die mit einem Programm verbundenen Rechte müssen für alle gelten, die das Programm erhalten, ohne dass es für sie notwendig ist, eine zusätzliche Lizenz zu erwerben.

8. **Lizenz darf nicht projektspezifisch sein**
Die mit dem Programm verbundenen Rechte dürfen nicht davon abhängig sein, ob das Programm Teil eines bestimmten Softwaresystems ist.
Das Programm kann aus der Distribution herausgenommen und im Rahmen der Lizenzbedingungen genutzt oder weitergegeben werden. Hierbei muss beachtet werden, dass alle Parteien, die das Programm erhalten, die gleichen Rechte haben, wie ihnen im Zusammenhang mit der ursprünglichen Software gewährt werden würde.

9. **Lizenz darf nicht andere Software einschränken**
Die Lizenz darf keine Beschränkungen besitzen, die Auswirkungen auf andere Software hat, die mit diesem Programm weitergegeben werden.
So darf die Lizenz (als Beispiel) nicht vorschreiben, dass alle anderen verwendeten Programme aus dem gleichen Medium freie Software (Open Source Software) sein müssen.

10. **Lizenz muss technologie-neutral sein**
Die Bereitstellung der Lizenz darf nicht auf einen bestimmten Technologiestandard oder einen bestimmten Schnittstellentyp bezogen werden.

Die aufgezählten Merkmale bieten hierbei eine abschließende Prüfung. Die Merkmale müssen vorliegen, um den Standard für eine Zertifizierung der OSI zu erfüllen.<sup><a href="#fn16">[16]</a></sup>

### II. Abgrenzung

Neben dem Open Source Modell für Software gibt es die Modelle proprietärer Software, Freeware, Shareware und Public Domain. Diese sind der Open Source Software in einigen Aspekten ähnlich, unterscheiden sich aber grundsätzlich. Durch die Ähnlichkeit müssen Merkmale zur Abgrenzung zwischen diesen Modellen vorliegen.

#### 1. Proprietäre Software

Proprietäre Software oder auch „Closed Software“<sup><a href="#fn17">[17]</a></sup> findet ihre Gemeinsamkeit mit Open Software auf der Ebene des Source Codes. Die lizenzierte Software kann eben auch nur dann genutzt werden, wenn diese gelesen werden kann. Hierbei kann sowohl der Quellcode als auch eine kompilierte Form angewendet werden.<sup><a href="#fn18">[18]</a></sup>
Die Abgrenzung beider Modelle folgt daraus, dass die proprietäre Software im Eigentum des Urheberrechtsinhabers ist. Dadurch liegt im Sinne des § 62 UrhG und § 16 UrhG ein Verbot gegen die Veränderung und Vervielfältigung der Software vor.<sup><a href="#fn19">[19]</a></sup> Die Verwendung der Software wird über unterschiedliche Lizenzen dem Endkunden zugesprochen. Dabei erklärt der Endkunde mit einem so genannten „End-user license agreement“ (EULA), mit der Software entsprechend der erhaltenen Lizenzen umzugehen.<sup><a href="#fn20">[20]</a></sup>
Weitergehend wird nicht von „Nutzern“, sondern von „Endkunden“ gesprochen, da eine monatliche oder jährliche Gebühr für die Nutzung anfällt. Neben einer entgeltlichen Nutzung gibt es Modelle, die die Nutzung im Austausch für Benutzerinformationen erlauben.<sup><a href="#fn21">[21]</a></sup>
Weitergehend wird diese Art der Software den Endkunden nicht als Quellcode angeboten, wie es bei der Open Source vorliegt.<sup><a href="#fn22">[22]</a></sup>
Durch die Lizenzierung der proprietären Software, finden die aufgezählten Rahmenbedingungen der OSI keinen Ansatz. Insbesondere im Punkt des Veränderns und Vervielfältigen, als auch in der nicht unentgeltlichen Nutzung der Software.

#### 2. Shareware

Shareware ist eine Form der proprietären Software. Diese wird zu meist aus Marketinggründen für eine zeitlich begrenzte Testphase unentgeltlich angeboten. Nach Ablauf der Testphase muss für die weitere Nutzung eine Vergütung gezahlt werden.<sup><a href="#fn23">[23]</a></sup>
Als proprietäre Software sind eine bei Shareware Vervielfältigung oder Veränderung der Software nicht gestattet. Die Software wird ebenfalls nicht in Form des Quellcodes angeboten.<sup><a href="#fn24">[24]</a></sup>
Dadurch, dass es sich insgesamt um eine Art der proprietären Software handelt, fällt Shareware nicht unter den Begriff der Open Source.

#### 3. Freeware

Bei Freeware handelt es sich um eine Sonderform der proprietären Software. Bei dieser Sonderform wird die Software als unentgeltliche Lizenz ihren Nutzern angeboten. Eine Weiterverbreitung kann hierbei auch möglich sein, dies ist aber abhängig von der Lizenzvereinbarung.<sup><a href="#fn25">[25]</a></sup>
Hier enden allerdings schon die Gemeinsamkeiten zur Open Source Software, denn es fehlt an deren Nutzungsfreiheit. Änderungen oder Vervielfältigung der Software dürfen nicht vorgenommen werden. Genauso wird die Freeware ihren Nutzern nicht als Quellcode angeboten. Beispiele für diese Art von Software sind Betriebssysteme wie Windows, Google Chrome und Facebook.<sup><a href="#fn26">[26]</a></sup>

#### 4. Public Domain

Die Public Domain ist in ihrer Gestaltung der Open Source Software am ähnlichsten. Es wird kein Entgelt verlangt, die Vervielfältigung und Veränderung der Software ist erlaubt und die Software wird als Quellcode verbreitet.<sup><a href="#fn27">[27]</a></sup>
Der Unterschied zwischen beiden liegt darin, dass die Open Source Software in einem gewissen Rahmen lizenziert wird, die Public Domain dagegen nicht. Es kommt bei Public Domain Software vielmehr zu einem „Verzicht“ auf das Urheberrecht. Ein „Verzicht“ auf das Urheberrecht zu Lebzeiten des Urhebers gestaltet sich nach deutschem Recht sehr schwer, wenn nahezu unmöglich.<sup><a href="#fn28">[28]</a></sup> Deswegen wird die Lizenz einer Public Domain wie ein einfaches Nutzungsrecht<sup><a href="#fn29">[29]</a></sup> gewertet, dass eine unbeschränkte Nutzung der Software erlaubt.<sup><a href="#fn30">[30]</a></sup> Davon kann aber abgesehen werden, wenn der Urheberschutz nach § 64 UrhG erloschen ist.

## D. Lizensierung von Open Source Software

Open Source bedeutet zwar die freie Nutzung, Weitergabe und Bearbeitung der Software, dennoch haben die Entwickler stets ein Urheberrecht an der Software. Dies kann nach § 29 Abs. 1 UrhG nicht übertragen oder abgetreten werden. Um eine freie Nutzung zu ermöglichen, werden durch die Lizensierung den Nutzern Nutzungsrecht u.a. zur Verbreitung im Sinne der §§ 31 ff. UrhG eingeräumt. Diese Rechte müssen nach den Rahmenbedingungen der OSI gestaltet sein, um den Charakter der Open Source zu wahren. <sup><a href="#fn31">[31]</a></sup>

Die Arten der Lizensierungsmöglichkeiten sind dabei breit gefächert, der Unterschied zwischen ihnen besteht darin, wie stark der so genannte „Copyleft-Effekt“ vertreten ist.<sup><a href="#fn32">[32]</a></sup> Der „Copyleft-Effekt“ ist eine Verpflichtung an den Lizenznehmer die Software an sich, als auch jede Bearbeitung unter denselben Lizenzbedingungen der „Ursprungssoftware“ weiterzugeben. Die Lizenzen betreffen dadurch nicht den Aspekt der freien Nutzung und Bearbeitung, sondern hauptsächlich den der Weitergabe.<sup><a href="#fn33">[33]</a></sup>
Die OSI bietet auf ihrer Webseite unterschiedliche Möglichkeiten der Lizensierung an.<sup><a href="#fn34">[34]</a></sup> Im Folgendem werden die populärsten Möglichkeiten<sup><a href="#fn35">[35]</a></sup> der Open Source Lizenz aufgezählt und in ihrer Anwendung und Form angeschnitten. Die Kategorisierung erfolgt dabei nach Stärke des Copyleft-Effekts und abschließend bestimmten Sonderformen.

### I. Lizenzen mit starkem Copyleft-Effekt

Lizenzen mit starkem Copyleft-Effekt, verpflichten den Lizenznehmer die Software sowie jede Bearbeitung mit denselben Lizenzbedingungen wie die Originalsoftware weiterzugeben. Hierbei muss der Lizenznehmer die Software und Bearbeitung dieser als Open Source Software zur Verfügung stellen.<sup><a href="#fn36">[36]</a></sup> Hierunter fallen folgende Lizenzmöglichkeiten:

* **GNU General Public License (GPL)**

Die GPL ist eine der meist verbreitetsten Lizenzen für Open Source. Bei der Weiterverbreitung muss die GPL weiterhin angewendet bleiben. Des Weiteren müssen bei bearbeiteter Software Urheberrechtsvermerke als auch Vermerke der Modifizierung und Lizensierung nach GPL V3 Nr. 4 und Nr. 5 dargelegt werden.<sup><a href="#fn37">[37]</a></sup> Für eigene, urheberechtlich geschützte Teilwerke an der bearbeitenden Software, hat der Nutzer die Möglichkeit dessen Nutzung mit weiteren Bedingungen zu belegen. Inwiefern solche Bedingungen sich gestalten können werden im GPL V3 Nr. 6 angegeben.<sup><a href="#fn38">[38]</a></sup>

* **Deutsche Freie Softwarelizenz (D-FSL)**

Die D-FSL ist eine auf der GPL basierende und kompatible Lizenzform, die auf das deutsche und europäische Recht zugeschnitten ist. Sie entspricht weitestgehend der GPL. Bei den notwendigen Vermarktungen über Urheber, Modifizierungen und Lizensierungen ist sie aber strenger als die GPL (§ 2 D-FSl). Weiterhin eröffnet sie nach § 3 Abs. 3 D-FSL die Anwendung der GPL, wenn die bearbeitete Form zum Teil aus einer Software mit GPL besteht.<sup><a href="#fn39">[39]</a></sup>

### II. Lizenzen mit beschränktem Copyleft-Effekt

Bei einer Lizenz mit beschränktem Copyleft-Effekt ist es dem Nutzer erlaubt, die original Software mit eigener Software zu kombinieren. Dabei muss die eigens verwendete Software nicht unter eine weitere Open Source Lizenz vermarktet werden.<sup><a href="#fn40">[40]</a></sup>
Hierzu gehören folgende Lizenzen:

* **GNU Lesser General Public License (LGPL)**

Die LGPL ist eine abgeschwächte Form der GPL. Sie erlaubt die Weiterverbreitung von Bearbeitungen als proprietäre Software, ohne dabei den eigens erstellten Quellcode offenlegen zu müssen (Nr. 3 LGPL-3.0).<sup><a href="#fn41">[41]</a></sup> Alle Veränderungen, die an der Software mit der LGPL entstehen, müssen dagegen bei der Weiterverbreitung offengelegt werden (Nr. 2 LGPL-3.0).<sup><a href="#fn42">[42]</a></sup>

* **Morzilla Puplic License**

Die Morzilla Public Lizenz verwendet die bisherig angesprochenen Regelungen der Weiterverbreitung MPL-2.0 Nr. 2. Bei der Weiterverbreitung von bearbeiteter Software wird aber die Ausnahme gemacht, dass der eigene Quellcode nicht offengelegt werden muss, aber es die Möglichkeit bestehen muss, den Quellcode über ein angemessenes Entgelt zu erhalten(MPL-2.0 Nr.3).<sup><a href="#fn43">[43]</a></sup>

### III. Lizenzen ohne Copyleft-Effekt
Bei Lizenzen ohne Copyleft-Effekt werden dem Lizenznehmer alle Freiheiten einer Open Source Software eingeräumt. Hierbei ist bei der Weiterverbreitung keine Verpflichtung gegeben, eine bestimmte Form der Lizensierung anzuwenden. Bearbeitete Software kann so vom Lizenznehmer als proprietäre Software weiterverbreitet werden.<sup><a href="#fn44">[44]</a></sup>
Hierzu gehören beispielsweise folgende Lizenzformen:

* **MIT Lizenz**

Die MIT Lizenz bietet den meisten Freiraum bei der Weiterverbreitung. Es muss ein Hinweis vorhanden sein, dass die ursprünglich verwendete Software unter die MIT Lizenz fällt.<sup><a href="#fn45">[45]</a></sup>

* **BSD Licenses**

Es ergeben sich zwei Arten der BSD Lizenz, die „3-Clause License“ und die „2-Clause License“. Den Namen entsprechend hat die jeweilige Lizenz drei oder zwei Konditionen.<sup><a href="#fn46">[46]</a></sup>
Die „BSD 2-Clause License“ wird als simplere Variante bezeichnet. Vom Lizenznehmer wird bei der Weiterverbreitung nur verlangt, dass ein Hinweis auf die Lizenz der ursprünglichen Software im Text als auch im Quellcode gegeben wird.<sup><a href="#fn47">[47]</a></sup>
Die „BSD 3-Clause License“ wird als bearbeitete Variante bezeichnet. Hier fallen die Klauseln der „BSD 2-Clause License“ an. Als dritte Kondition wird dem Nutzer auferlegt, dass ohne Erlaubnis nicht mit dem Namen der Urheber oder Verteilern der ursprünglichen Software nicht für die bearbeitete Software ohne Erlaubnis geworben werden darf.<sup><a href="#fn48">[48]</a></sup>

* **Appache License 2.0**

Bei der Appache Lizenz in zweiter Version werden dem Lizenznehmer keine Verpflichtungen über den Lizenztyp aufgelegt. Hier wird aber ähnlich wie bei der GPL verlangt, dass genaue Anmerkungen über Urheber, Modifikation und Lizenz gemacht werden (Appache License 2.0 Nr.4).<sup><a href="#fn49">[49]</a></sup>

### IV. Sonderformen

Neben der Aufteilung der Lizenzformen nach der Vertretung des Copyleft-Effektes, ergeben sich weitere Sonderformen, die nicht unter die Aufteilung fallen.
Hierzu gehören einerseits Lizenzen mit bestimmten Wahlmöglichkeiten oder privilegierten Rechten oder aber die Lizenzform der Europäischen Union.<sup><a href="#fn50">[50]</a></sup>

#### 1. Lizenzen mit Wahlmöglichkeiten oder Sonderrechten

Lizenzen mit Wahlmöglichkeiten oder Sonderechten sind eine Mischform der bisher aufgeführten Lizenzformen.
Bei einer Lizenz mit Wahlmöglichkeit, wird es dem Lizenznehmer überlassen wie die Software weitergeben wird. Welche Optionen zur Weitergabe zu Verfügung stehen, wird von der Lizenz bestimmt. Das Wahlrecht besteht dabei darin, dass der Lizenznehmer die Wahl hat zwischen verschiedenen Optionen der Weitergabe zu wählen. Bei Lizenzen mit Sonderechten, handelt es sich um privilegierte Rechte für den Lizenzgeber in Hinsicht der Weiterverbreitung der Software und etwaige Bearbeitungen dieser.<sup><a href="#fn51">[51]</a></sup>

* **Artistic License**

Bei der Artistic License handelt es sich im Grunde um eine Lizenz mit beschränktem Copyleft-Effekt, da die bearbeitete Software als proprietäre Software weitergeben werden kann (Artistic License 2.0. – (4)).<sup><a href="#fn52">[52]</a></sup>
Dabei muss erneut eine genaue Dokumentation der Modifikationen vorgenommen werden, als auch Hinweise auf die Lizenz. Weitergehend ergeben sich drei Arten von Pflichten, von denen eine bei der Weiterverbreitung angewendet werden muss (Artistic License 2.0. – (4) lit. a - c).<sup><a href="#fn53">[53]</a></sup>

* **RealNetworks Public Source License**

Mit der „RealNetworks Public Source License“ werden dem Lizenzgeber Sonderrechte zugesprochen. Auch hier handelt es sich im Grunde um eine Lizenz mit starkem Copyleft-Effekt.<sup><a href="#fn54">[54]</a></sup>
Das Sonderrecht besteht darin, dass jegliche Bearbeitung dem Urheber und seiner Community unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden muss (RPSL-1.0 Nr. 3b). Alle Bearbeitungen müssen also Open Source veröffentlicht werden (RPSL-1.0 Nr. 3a).<sup><a href="#fn55">[55]</a></sup>

#### 2. European Union Public License (EUPL)

Die Europäische Kommission hat in 2017 ihre eigene Form der Open Source Lizenz entwickelt. Diese beruht auf der Ansicht, dass der virale Effekt von Copyleft-Effekten als wesentlich geringer eingestuft wird und die Unterscheidung zwischen Copyleft-Effekten somit geringe rechtliche Relevanz hat.<sup><a href="#fn56">[56]</a></sup> Weitergehend wird durch eine gemeinsame europäische Lizenz versucht, dem Urheberrecht aller Mitgliedsstaaten gerecht zu werden, um so Dispute zu verhindern. Die Verwendung der EUPL ist vorgesehen für administrative Zwecke in der Europäischen Union, steht aber dennoch jedem frei zur Benutzung.<sup><a href="#fn57">[57]</a></sup>
In sich lässt sich die EUPL als starke Copyleft-Lizenz einstufen, da sie sich an den Voraussetzungen der GPL orientiert und entworfen wurde.<sup><a href="#fn58">[58]</a></sup> Die Europäische Kommission ordnet die EUPL unter die neue Kategorie „Interoperale Copyleft“-Lizenz.<sup><a href="#fn59">[59]</a></sup>
Die Besonderheit der EUPL liegt in ihrer Kombinationsmöglichkeit mit anderen Lizenzen. Es ist möglich, unterschiedliche Lizenzen miteinander zu kombinieren welches aber oft zu Rechtsstreitigkeiten führt. Die EUPL hat hierfür extra eine Kompatibilitäts-Klausel (Nr. 5 EUPL<sup><a href="#fn60">[60]</a></sup> ) eingerichtet, um dies vorzubeugen. Diese Klausel kann aber nur zur Anwendung kommen, wenn zuvor anerkannt kompatible Lizenzen angewendet werden. Hierunter fallen zum einen die GPL, LGPL und MPL, als auch weitere Lizenzen, die in der Anlage 1 der EUPL aufgelistet sind.<sup><a href="#fn61">[61]</a></sup>

## E. Anwendung von Open Source Software in der Lehre und Forschung

Die Anwendung von Open Source Software bietet sich in der Forschung und Lehre mehr als nur an. Durch die Voraussetzung der Kostenfreiheit und der einfachen Zurverfügungstellung durch den Anbieter kann sie einfach in die Gebiete implementiert werden.
Dennoch muss die Implementierung von Open Source Software rechtlich abgesichert sein. Je nach Standpunkt der Anwendung, ob die Software zur Weiterentwicklung genutzt werden soll oder nicht, müssen die Lizenzen zur Software entsprechend angewendet werden.

### I. Open Source in der Lehre

Vom Standpunkt der Lehre kommt es vor alle dem dann zur Anwendung von Open Source Software in der Bereitstellung von Informationen. Hierbei wird die Software ihrem Zwecke nach genutzt und nicht zwingend weiterentwickelt.

Open Source Software kann in der Lehre zum einen dafür angewendet werden, um Betriebssysteme zu erstellen und zu verwalten, die die Informationsweitergabe für die Lehre ermöglichen.
Zu den bekannteren Systemen zählt hier die Open Source Software *Linux*. Diese ist unter der GPL lizensiert und funktioniert ähnlich wie die *Windows*-Software des Marktführers für Betriebssystemen, Microsoft. Im Gegensatz zu Windows, kann aber *Linux* als Open Source Software auf Anwendungsbereiche genau angepasst werden.<sup><a href="#fn62">[62]</a></sup> So muss sich nicht der Benutzer dem System anpassen, sondern das System wird den Nutzer angepasst. Projekte und Informationen können genau auf den Bereich der Lehre zugeschnitten werden, so dass es zu einer einfacheren Bedingung und Weitergabe von Informationen kommt.<sup><a href="#fn63">[63]</a></sup>
Eine benutzerfreundlichere Variante stellt das Open Source Betriebssystem *Ubuntu* dar. Es handelt sich um eine *Linux*-Distribution, welche auf eine grafische Benutzeroberfläche setzt. Dadurch erleichtert es die Anwendung für Einsteiger, die vorher mit Microsoft- oder MacOS-Betriebssystemen gearbeitet haben.<sup><a href="#fn64">[64]</a></sup>

Von Betriebssystemen abgesehen können Open Source Softwaren als Lern-Management-Systeme verwendet werden. Dies kommt zur Anwendung, um Lehrinhalte zur Verfügung zu stellen, als auch diese zu organisieren und zu verwalten. In der deutschen Hochschullandschaft ist hier für das bekannteste Beispiel StudIP<sup><a href="#fn65">[65]</a></sup>. Dieses System kann genutzt werden, um Veranstaltungen zu planen, im Sinne von Teilnehmerzahlen oder der Raumeinteilung. Das Interface bietet ein Internes Nachrichtensystem, die Erstellung von eigenen Stundenplänen und auch Diskussionsforen für die einzelnen Veranstaltungen, die von den Lehrenden strukturiert werden können.<sup><a href="#fn66">[66]</a></sup>

In diesen Bereich ergeben sich auch breiter gespannte Lern-Management-Systeme, die mehr anbieten als die bloße Verwaltung und Erstellung von Lernveranstaltungen. Diese Art von Open Source Software wie *Moodle*<sup><a href="#fn67">[67]</a></sup> und *Ilias*<sup><a href="#fn68">[68]</a></sup> nehmen dabei bereits auch Teile des E-Learnings auf.
E-Learing besteht grundsätzlich aus drei Aspekten:

* *Wissensstandskontrolle*
* *Digitale Übungseinheiten*
* *Digitale Zusammenarbeit bei Projekten*<sup><a href="#fn69">[69]</a></sup>

Für den Aspekt der Wissensstandskontrolle gibt es sowohl eigene Open Source Software als auch die Möglichkeit diese bereits in Lern-Management-System integriert zu haben (siehe oben). Software wie *R/Exams*<sup><a href="#fn70">[70]</a></sup> oder *Kaldin*<sup><a href="#fn71">[71]</a></sup> geben die Möglichkeit, Tests zu erstellen und gleichzeitig von der Software auswerten zu lassen. Dies ist allerdings weitestgehend nur auf Multiple Choice Aufgaben, Ja-oder-Nein-Fragen, mathematische Problemstellungen oder die Möglichkeit kurze Textantworten zu geben, begrenzt.<sup><a href="#fn72">[72]</a></sup> Dadurch fällt eine Übernahme von schriftlichem Examen raus aus den Anwendungen heraus. Die erstellten Tests können in einem bestimmten Zeitfenster zur Bearbeitung freigeben werden, aber auch selbst mit einer Bearbeitungszeit versehen werden. R/Exams lässt sich weitergehend in bereits bestehende Lern-Management-Systeme einbinden, wenn die dortigen Maßnahmen zur Wissensstandkontrolle nicht als ausreichend bewertend werden.<sup><a href="#fn73">[73]</a></sup> Durch die Anwendung solcher E-Learing Tools, können schnell Auswertungen für die Tests erstellt werden und die Veranstaltung interaktiver gestaltet werden.

Im Aspekt der digitalen Übungseinheiten ergeben sich erneut einzelne Anwendungen oder aber die Nutzung von bereits integrierten Möglichkeiten Lern-Management-Systemen wie Ilias und *Moodle*. Für die einzelne Anwendung gibt es beispielsweise *Adapt*<sup><a href="#fn74">[74]</a></sup> und *CoruseLab*<sup><a href="#fn75">[75]</a></sup>.
Beide Varianten geben den Lehrenden die Möglichkeit digitale Lehrinhalte zu erstellen oder bereits erstellte Inhalte hochzuladen. Mit den Anwendungen in der Software ist es möglich, die Inhalte strukturiert und interaktive zu gestalten, um das Lernen zu fördern. So kann die Software mit bereits bestehenden Lern-Management-Systemen gekoppelt werden.<sup><a href="#fn76">[76]</a></sup>

Der Aspekt der digitalen Zusammenarbeit zwischen Studenten und Lehrenden oder nur den Studenten in Gruppenarbeiten ergibt sich zumeist nicht in einzelnen Softwaremöglichkeiten. Vielmehr ist der Aspekt in Lern-Management-Systemen oder Software für digitale Übungseinheiten verankert.<sup><a href="#fn77">[77]</a></sup>

Im Weiterverlauf der Digitalisierung kann davon abgesehen werden, dass ganze Veranstaltungen digital abgehalten werden. Dies aus einer Mischung aus den E-Learning Aspekten als auch Lehrveranstaltungen, die vorher aufgenommen wurden oder live an die Studierenden übertragen werden.
In Ilias sind bereits Werkzeuge vorhanden, die sowohl die Aufzeichnungen als auch Live-Übertragung von Vorlesung ermöglichen.<sup><a href="#fn78">[78]</a></sup> Anderseits können über Open Source Software wie *BigBlueBotton*<sup><a href="#fn79">[79]</a></sup> und *OpenMeetings*<sup><a href="#fn80">[80]</a></sup> , Webseminare abgehalten werden. Mit diesen Werkzeugen wird nicht nur eine Live-Übertragung vom Lehrenden gewährleistet, sondern es werde auch digitale Lerninhalte wie PDF-Dateien oder Power-Point-Präsentationen mit den Zuschauern geteilt. Auf diesen Plattformen kann der Zuschauer in einem Chat oder über ein eigenes Mikrofon Fragen stellen.<sup><a href="#fn81">[81]</a></sup>

### II. Open Source in der Forschung

Im Bereich der Forschung ergeben sich ähnliche Anwendungen von Open Source Software wie für die Lehre. Zum einen können Betriebssysteme wie Linux und Ubuntu verwendet werden, als auch mit den Optionen (*BigBlueButton* und *OpenMeetings*) für Webseminare, Konferenzen im kleinen Verbunde abgehalten werden.

Daneben eröffnet sich für die Forschung die Nutzung von Software für Wissensmanagement wie Datenbanken. *MongoDB* ist eine Datenbanksoftware die es erlaubt, Dokumente zu speichern und zu strukturieren. Dabei bietet sie Sicherheit der Daten und kann auch von mobilen Geräten verwendet werden.<sup><a href="#fn82">[82]</a></sup> *MySQL* ist dagegen eine Software, die für eine weit breitere Nutzung ausgedehnt ist und sich auf ein Datenbankmanagementsystem erstreckt.<sup><a href="#fn83">[83]</a></sup> Hierbei ist die Open Source Edition beschränkt auf dem Kern der Software und weitere Plug-Ins müssen dazu gekauft werden.<sup><a href="#fn84">[84]</a></sup>

Weiterhin gibt es mit der Entwicklung von Open Source Software auch speziellere Optionen, die für bestimmte Forschungszweige ausgelegt sind. Zum einen dienen diese Softwaren zur Visualisierung von Daten. *Avogadro*, mit dem es möglich ist, 3D-Modelle von Molekülen zu erstellen,<sup><a href="#fn85">[85]</a></sup> oder *SciDAVis*, welches zur Visualisierung von Messdaten dient,<sup><a href="#fn86">[86]</a></sup> sind dafür Beispiele. Zum andern kann Open Source ebenfalls genutzt werden, um Daten zu erfassen und zu vergleichen. Hierzu zählt *GDAL*, eine Software die räumliche Rasterdaten übersetzt<sup><a href="#fn87">[87]</a></sup>, als auch Software wie *NVivo*, welches ermöglicht, Daten zu strukturieren, organisieren und zu analysieren.<sup><a href="#fn88">[88]</a></sup>

Des Weiteren spielen in der Forschung auch die Organisation und Kommunikation eine wichtige Rolle. Open Source Software wie *Thunderbird*, organisiert und verwaltete den Emailverkehr und kann zur zeitlichen Planung verwendet werden.<sup><a href="#fn89">[89]</a></sup> Für mehr direkte Kommunikation gibt es Möglichkeiten wie *Rocket.Chat*, die Organisation und Kommunikation über interne Chats ermöglichen.<sup><a href="#fn90">[90]</a></sup>

In der Forschung kann Open Source natürlich auch angewendet werden, wenn bereits bestehende Software bearbeitet wird zu Forschungszwecken und dafür Lizenzen ausgesprochen werden müssen. Hierzu zählt auch die eigene Erstellung von Open Source Softwaren ohne eine Anwendung von anderer Software. Dabei ist im ersten Fall zu beachten, dass die Verpflichtungen, die durch Lizenzen auferlegt werden, eingehalten werden. Für den zweiten Fall muss von den Forschenden selbst bestimmt werden, welche Lizenz verwendet wird, passend für das jeweilige Projekt.

## F. Fazit

Nach der weitest gehenden Betrachtung lässt sich sehr schnell sehen, warum die Anwendung von Open Source Software immer weiterwächst. Durch den kostenfreien Aspekt und der Möglichkeit nur mit einem einzigen Klick die notwendige Software herunterzuladen, ist die Anwendung mehr als einladend.
Dennoch ist Open Source in sich ein komplexes Thema. Die ausführliche Definition der Open Source Initiative und dem Vergleich zu anderen Arten von Software erleichtert aber das Verständnis.
Hier hört aber die Komplexität des Themas nicht auf, mit der Lizensierung von Open Source Software wird ein ganz neues Fenster geöffnet. Die Lizensierung ist rechtlich notwendig, um den Urheberschutz zu gewährleisten, da dieser im deutschen Recht ungleich zum angelsächsischen Recht, nicht abgetreten werden kann. Mit der Lizensierung in ihren verschiedenen Ausführungen sind viele Möglichkeiten gesetzt den Schutz und die Anwendung der Nutzungsrechte strenger oder lockerer zu gestalten. Dadurch bleibt das ursprüngliche Werk stets erhalten und der Urheberschutz wird gewährleistet. Mit der großen Zahl von Möglichkeiten der Lizensierung ergibt sich aber auch das Problem der richtigen Wahl, wenn auch zu meist die populärsten Varianten wie GPL gewählt werden.
Die Verwendung von Open Source Software in der Lehre und Forschung bietet sich daher an. Hier gibt es viele verschiedene Systeme die der Organisation, Umsetzung und Kommunikation von Lehr- und Forschungsinhalten dienen als auch der themenspezifischen Anwendung. Mit weiterem Verlauf der Digitalisierung ist es besonders sinnvoll, sich erst Open Source zuzuwenden, bevor teure Software angeschafft wird. Hier ist allerdings nicht zu vergessen, dass trotz der Kostenfreiheit von Open Source an sich kostenlos ist die Ein- und Umschulung in die neuen Systeme stets Zeit und Geld in Anspruch nimmt. Problematisch kann auch sein, dass die hier vorgestellten Open Source Software für den Bereich Lehre und Forschung meist nur in englischer Sprache zur Verfügung stehen; dieses Problem wird sich weniger in der Forschung als in der Lehre stellen.
Insgesamt ist Open Source ein komplexes und immer weiterwachsendes Thema, welches immer weiter optimiert werden kann.

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<div id="fn1">[1] Vgl. https://www.elektroniknet.de/elektronik/embedded/open-source-software-immer-beliebter-170938.html.</div>
<div id="fn2">[2] Vgl. https://opensource.org/history.</div>
<div id="fn3">[3] Siehe Fußnote 2. </div>
<div id="fn4">[4] Vgl. https://opensource.com/article/18/2/pivotal-moments-history-open-source.</div>
<div id="fn5">[5] Vgl. https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/open-source?interstitial_click.</div>
<div id="fn6">[6] Vgl. https://kb.iu.edu/d/annr.</div>
<div id="fn7">[7] Vgl. https://opensource.org/membership.</div>
<div id="fn8">[8] Ein so genanntes Open Source Software Certification Mark and Program.</div>
<div id="fn8">[9] Vgl. https://kb.iu.edu/d/annr.</div>
<div id="fn10">[10] Vgl. https://opensource.org/osd.</div>
<div id="fn11">[11] Siehe Fußnote 10.</div>
<div id="fn12">[12] Vgl. https://opensource.org/osd.</div>
<div id="fn13">[13] Vgl. https://www.debian.org/social_contract\#guidelines.</div>
<div id="fn14">[14] Kompilierte Form bedeutet hier, den Quellcode in einer anderen Computersprache wiederzugeben.</div>
<div id="fn15">[15] Vgl. https://www.it-talents.de/blog/it-talents/interpretierte-vs-kompilierte-programmiersprachen.</div>
<div id="fn16">[16] Vgl. https://opensource.org/osd.</div>
<div id="fn17">[17] Vgl. https://www.ifross.org/was-proprietaere-software-bzw-closed-source-software.</div>
<div id="fn18">[18] Siehe zu C.I. „Zehn Merkmale von Open Source“ Software. </div>
<div id="fn19">[19] Vgl. Leupold in: Münchner Anwaltshandbuch IT-Recht, 3. Aufl. 2013, Rn.112.</div>
<div id="fn20">[20] Vgl. https://www.ifross.org/artikel/mozilla-zieht-eula-unter-linux-zurueck.</div>
<div id="fn21">[21] Vgl. https://www.wintotal.de/proprietaere-software/.</div>
<div id="fn22">[22] Vgl. https://www.ra-plutte.de/open-source-software-recht-grosse-faq-tipps/.</div>
<div id="fn23">[23] Vgl. OLG Hamburg, Beschl. v. 01.02.1994 - W 20/94, NJW-RR 1995 1324 (1325).</div>
<div id="fn24">[24] Siehe Fußnote 21.</div>
<div id="fn25">[25] Vgl. https://www.wintotal.de/proprietaere-software/</div>
<div id="fn26">[26] Vgl. https://www.ra-plutte.de/open-source-software-recht-grosse-faq-tipps/.</div>
<div id="fn27">[27] Vgl. LG Stuttgart, Entsch. v. 19.08.1993 – 17 O 382/93, CR 1994, 162 (163).</div>
<div id="fn28">[28] Vgl. § 29 Abs. 1 UrhG; Vgl. Dreier in: Dreier/Schulze Urheberrechtsgesetz, 6. Aufl. 2018, § 69c UrhG Rn.38.</div>
<div id="fn29">[29] Siehe § 31 Abs. 2, S. 2, Abs. 2 UrhG.</div>
<div id="fn30">[30] Vgl. Grützmacher in: Wandtke/Bullinger, Urheberrecht, 5. Aufl. 2019, § 69c UrhG Rn.103 f.</div>
<div id="fn31">[31] Vgl. https://opensource.org/licenses; https://www.dev-insider.de/open-source-lizenzen-rechtskonform-einsetzen-a-604458/; Vgl. Mantz in: Killian/Heussen, Computerrecht-Handbuch, 34. EL Mai 2018, 32.6 Open Source Software Rn.10ff.</div>
<div id="fn32">[32] Vgl. https://www.ra-plutte.de/open-source-software-recht-grosse-faq-tipps/amp/#definition.</div>
<div id="fn33">[33] Vgl. LG Köln Urt. v. 17.04.2014 – 14O 463/13, CR 2014, 704 (705).</div>
<div id="fn34">[34] Vgl. https://opensource.org/licenses.</div>
<div id="fn35">[35] Anhand der Auflistung durch die OSI; Vgl. https://opensource.org/licenses.</div>
<div id="fn36">[36] Siehe Fußnote 33. </div>
<div id="fn37">[37] Vgl. http://www.gnu.de/documents/gpl.de.html.</div>
<div id="fn38">[38] Siehe Fußnote 37.</div>
<div id="fn39">[39] Vgl. https://www.hbz-nrw.de/produkte/open-access/lizenzen/dfsl/deutsche-freie-software-lizenz.</div>
<div id="fn40">[40] Vgl. Mantz in: Killian/Heussen, Computerrecht-Handbuch, 34. EL Mai 2018, 32.6 Open Source Software Rn.4. </div>
<div id="fn41">[41] Vgl. https://opensource.org/licenses/LGPL-3.0.</div>
<div id="fn42">[42] Siehe Fußnote 41.</div>
<div id="fn43">[43] Vgl. https://opensource.org/licenses/MPL-2.0.</div>
<div id="fn44">[44] Vgl. Mantz in: Killian/Heussen, Computerrecht-Handbuch, 34. EL Mai 2018, 32.6 Open Source Software Rn. 5. </div>
<div id="fn45">[45] Vgl. https://opensource.org/licenses/MIT.</div>
<div id="fn46">[46] Vgl. https://opensource.org/licenses.</div>
<div id="fn47">[47] Vgl. https://opensource.org/licenses/BSD-2-Clause.</div>
<div id="fn48">[48] Vgl. https://opensource.org/licenses/BSD-3-Clause.</div>
<div id="fn49">[49] Vgl. https://opensource.org/licenses/Apache-2.0.</div>
<div id="fn50">[50] Vgl. https://www.ra-plutte.de/open-source-software-recht-grosse-faq-tipps/amp/#definition.</div>
<div id="fn51">[51] Vgl. https://opensource.org/licenses/MIT.</div>
<div id="fn52">[52] Vgl. https://opensource.org/licenses/Artistic-2.0.</div>
<div id="fn53">[53] Siehe Fußnote 51.</div>
<div id="fn54">[54] Vgl. https://www.helixcommunity.org/community/licenses/open_source.</div>
<div id="fn55">[55] Vgl. https://opensource.org/licenses/RPSL-1.0.</div>
<div id="fn56">[56] Vgl. https://www.ra-plutte.de/open-source-software-recht-grosse-faq-tipps/.</div>
<div id="fn57">[57] Vgl. https://eupl.eu.</div>
<div id="fn58">[58] Siehe Fußnote 57.</div>
<div id="fn59">[59] Siehe Fußnote 56.</div>
<div id="fn60">[60] Vgl. https://eupl.eu/1.2/de/ , Nr. 5.</div>
<div id="fn61">[61] Vgl. https://eupl.eu/1.2/de/ , Anlage 1.</div>
<div id="fn62">[62] Vgl. https://wiki.ubuntuusers.de/Lizenzen/.</div>
<div id="fn63">[63] Vgl. https://www.hna.de/netzwelt/multimedia/welche-vorteile-betriebssystem-linux-bietet-zr-13254292.html..</div>
<div id="fn64">[64] Vgl. https://www.biteno.com/was-ist-ubuntu/.</div>
<div id="fn65">[65] Vgl. https://www.studip.de/interessenten/?L=0.</div>
<div id="fn66">[66] Siehe Fußnote 65.</div>
<div id="fn67">[67] Vgl. https://moodle.org.</div>
<div id="fn68">[68] Vgl. https://www.ilias.de.</div>
<div id="fn69">[69] Vgl. https://www.bildung.uni-siegen.de/mitarbeiter/schorr/software.html?lang=de. </div>
<div id="fn70">[70] Vgl. http://www.r-exams.org.</div>
<div id="fn71">[71] Vgl. https://www.facebook.com/Kaldin-Online-Examination-Software-262001243962620/.</div>
<div id="fn72">[72] Vgl. https://sourceforge.net/projects/kaldin.</div>
<div id="fn73">[73] Siehe Fußnote 70.</div>
<div id="fn74">[74] Vgl. https://www.adaptlearning.org.</div>
<div id="fn75">[75] Vgl. http://www.courselab.com/view_doc.html?mode=home..</div>
<div id="fn76">[76] Vgl. http://www.courselab.com/view_doc.html?mode=doc&doc_id=5799960992579148561, https://www.adaptlearning.org.</div>
<div id="fn77">[77] Vgl. https://moodle.org, https://www.ilias.de.</div>
<div id="fn78">[78] Vgl. https://ilias.uni-giessen.de/ilias/goto.php?target=cat_18427.</div>
<div id="fn79">[79] Vgl. https://bigbluebutton.org.</div>
<div id="fn80">[80] Vgl. https://openmeetings.apache.org.</div>
<div id="fn81">[81] Vgl. https://bigbluebutton.org/teachers/.</div>
<div id="fn82">[82] Vgl. https://www.mongodb.com/de.</div>
<div id="fn83">[83] Vgl. https://www.mysql.com/de/products/community/.</div>
<div id="fn84">[84] Vgl. https://www.mysql.com/de/products/.</div>
<div id="fn85">[85] Vgl. https://avogadro.cc.</div>
<div id="fn86">[86] Vgl. http://scidavis.sourceforge.net/about.html.</div>
<div id="fn87">[87] Vgl. https://gdal.org.</div>
<div id="fn88">[88] Vgl. https://www.nvivo.de.</div>
<div id="fn89">[89] Vgl. https://www.thunderbird.net/de/.</div>
<div id="fn90">[90] Vgl. https://rocket.chat/press.</div>