Revision [399cba8]
Letzte Änderung am 2020-02-14 00:10:43 durch Oksana Neopagitova
ADDITIONS
### Fall: Sicherung mit unbezahlter Maschine

**A. Sachverhalt**
Klein (K) verkauft dem Groß (G) eine Maschine für die Fabrik des G. Die Maschine wird geliefert, G soll den Kaufpreis für die Maschine (50.000 EUR) allerdings in 25 Raten zu je 2.000 EUR bezahlen. Dafür soll das Eigentum auf G erst übergehen, wenn der Kaufpreis vollständig bezahlt ist.

Nach 18 Monaten ab Lieferung der Maschine möchte G expandieren, wofür er liquide Mittel benötigt. Er nimmt bei seiner Hausbank (H) einen Kredit auf, für den etliche Sicherheiten bestellt werden. Unter anderem wird anlässlich des Kreditvertrages eine Vereinbarung unterzeichnet, in der G auf die H "die in der Anlage aufgeführten Maschinen einschließlich jeglicher Rechte an diesen Maschinen zur Sicherheit überträgt". In der Anlage zur Vereinbarung wird unter anderem auch die von K erworbene Maschine aufgelistet.

Kurz darauf wird K insolvent.

**B. Frage**
Welche Rechte hat H?

**C. Lösungshinweise**
Sofern H Sicherungseigentum erworben hat, kann sie zwar nicht gem. [**§ 47 InsO**](http://www.gesetze-im-internet.de/inso/__47.html) Aussonderung verlangen, aber Absonderung gem. [**§ 51 InsO**](http://www.gesetze-im-internet.de/inso/__51.html). Fraglich ist aber, ob H Sicherungseigentum erlangt hat.

Da G nicht berechtigt war (noch kein Eigentum) über die Sache zu verfügen, käme hier nur ein gutgläubiger Erwerb durch H in Betracht. Dies ist aber auf dem durch G und H gewählten Wege ([**§ 930 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__930.html)) nicht vor Übergabe möglich. Also hat H kein (Sicherungs)Eigentum erworben.

G hat allerdings zumindest die anderen Rechte an der Maschine an H weiterreichen wollen, was sich aus dem Wortlaut der Vereinbarung ergibt. Jedenfalls kann die möglicherweise beabsichtigte Sicherungsübereignung gemäß dem Rechtsgedanken des [**§ 140 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__140.html) dahingehend umgedeutet werden, dass das Anwartschaftsrecht des G auf H übergehen sollte.

Da H das Anwartschaftsrecht an der Maschine - d. h. die Rechtsposition des Vorbehaltskäufers - erworben hat, kann sie die Rechte des Vorbehaltskäufers im Insolvenzverfahren geltend machen. Demnach kann H gegenüber der Insolvenzmasse gem. [**§ 107 Abs. 1 InsO**](http://www.gesetze-im-internet.de/inso/__107.html) verlangen, dass der Kaufvertrag zwischen K und G erfüllt wird.
DELETIONS
### Fall: Sicherung mit unbezahlter Maschine
**A. Sachverhalt**
Klein (K) verkauft dem Groß (G) eine Maschine für die Fabrik des G. Die Maschine wird geliefert, G soll den Kaufpreis für die Maschine (50.000 EUR) allerdings in 25 Raten zu je 2.000 EUR bezahlen. Dafür soll das Eigentum auf G erst übergehen, wenn der Kaufpreis vollständig bezahlt ist.
Nach 18 Monaten ab Lieferung der Maschine möchte G expandieren, wofür er liquide Mittel benötigt. Er nimmt bei seiner Hausbank (H) einen Kredit auf, für den etliche Sicherheiten bestellt werden. Unter anderem wird anlässlich des Kreditvertrages eine Vereinbarung unterzeichnet, in der G auf die H "die in der Anlage aufgeführten Maschinen einschließlich jeglicher Rechte an diesen Maschinen zur Sicherheit überträgt". In der Anlage zur Vereinbarung wird unter anderem auch die von K erworbene Maschine aufgelistet.
Kurz darauf wird K insolvent.
**B. Frage**
Welche Rechte hat H?
**C. Lösungshinweise**
Sofern H Sicherungseigentum erworben hat, kann sie zwar nicht gem. [**§ 47 InsO**](http://www.gesetze-im-internet.de/inso/__47.html) Aussonderung verlangen, aber Absonderung gem. [**§ 51 InsO**](http://www.gesetze-im-internet.de/inso/__51.html). Fraglich ist aber, ob H Sicherungseigentum erlangt hat.
Da G nicht berechtigt war (noch kein Eigentum) über die Sache zu verfügen, käme hier nur ein gutgläubiger Erwerb durch H in Betracht. Dies ist aber auf dem durch G und H gewählten Wege ([**§ 930 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__930.html)) nicht vor Übergabe möglich. Also hat H kein (Sicherungs)Eigentum erworben.
G hat allerdings zumindest die anderen Rechte an der Maschine an H weiterreichen wollen, was sich aus dem Wortlaut der Vereinbarung ergibt. Jedenfalls kann die möglicherweise beabsichtigte Sicherungsübereignung gemäß dem Rechtsgedanken des [**§ 140 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__140.html) dahingehend umgedeutet werden, dass das Anwartschaftsrecht des G auf H übergehen sollte.
Da H das Anwartschaftsrecht an der Maschine - d. h. die Rechtsposition des Vorbehaltskäufers - erworben hat, kann sie die Rechte des Vorbehaltskäufers im Insolvenzverfahren geltend machen. Demnach kann H gegenüber der Insolvenzmasse gem. [**§ 107 Abs. 1 InsO**](http://www.gesetze-im-internet.de/inso/__107.html) verlangen, dass der Kaufvertrag zwischen K und G erfüllt wird.
***
CategoryWIPR3Faelle
Revision [3472b44]
Bearbeitet am 2012-05-21 10:13:07 von ChristianeUri
ADDITIONS
CategoryWIPR3Faelle
DELETIONS
CategoryFallsammlungWIPR
Revision [d9d2d3f]
Die älteste bekannte Version dieser Seite wurde von WojciechLisiewicz am 2009-12-08 17:12:19 erstellt
ADDITIONS
### Fall: Sicherung mit unbezahlter Maschine
**A. Sachverhalt**
Klein (K) verkauft dem Groß (G) eine Maschine für die Fabrik des G. Die Maschine wird geliefert, G soll den Kaufpreis für die Maschine (50.000 EUR) allerdings in 25 Raten zu je 2.000 EUR bezahlen. Dafür soll das Eigentum auf G erst übergehen, wenn der Kaufpreis vollständig bezahlt ist.
Nach 18 Monaten ab Lieferung der Maschine möchte G expandieren, wofür er liquide Mittel benötigt. Er nimmt bei seiner Hausbank (H) einen Kredit auf, für den etliche Sicherheiten bestellt werden. Unter anderem wird anlässlich des Kreditvertrages eine Vereinbarung unterzeichnet, in der G auf die H "die in der Anlage aufgeführten Maschinen einschließlich jeglicher Rechte an diesen Maschinen zur Sicherheit überträgt". In der Anlage zur Vereinbarung wird unter anderem auch die von K erworbene Maschine aufgelistet.
Kurz darauf wird K insolvent.
**B. Frage**
Welche Rechte hat H?
**C. Lösungshinweise**
Sofern H Sicherungseigentum erworben hat, kann sie zwar nicht gem. [**§ 47 InsO**](http://www.gesetze-im-internet.de/inso/__47.html) Aussonderung verlangen, aber Absonderung gem. [**§ 51 InsO**](http://www.gesetze-im-internet.de/inso/__51.html). Fraglich ist aber, ob H Sicherungseigentum erlangt hat.
Da G nicht berechtigt war (noch kein Eigentum) über die Sache zu verfügen, käme hier nur ein gutgläubiger Erwerb durch H in Betracht. Dies ist aber auf dem durch G und H gewählten Wege ([**§ 930 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__930.html)) nicht vor Übergabe möglich. Also hat H kein (Sicherungs)Eigentum erworben.
G hat allerdings zumindest die anderen Rechte an der Maschine an H weiterreichen wollen, was sich aus dem Wortlaut der Vereinbarung ergibt. Jedenfalls kann die möglicherweise beabsichtigte Sicherungsübereignung gemäß dem Rechtsgedanken des [**§ 140 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__140.html) dahingehend umgedeutet werden, dass das Anwartschaftsrecht des G auf H übergehen sollte.
Da H das Anwartschaftsrecht an der Maschine - d. h. die Rechtsposition des Vorbehaltskäufers - erworben hat, kann sie die Rechte des Vorbehaltskäufers im Insolvenzverfahren geltend machen. Demnach kann H gegenüber der Insolvenzmasse gem. [**§ 107 Abs. 1 InsO**](http://www.gesetze-im-internet.de/inso/__107.html) verlangen, dass der Kaufvertrag zwischen K und G erfüllt wird.
***
CategoryFallsammlungWIPR