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Universidad Panamericana - Guadalajara/ Mexiko - 7. Semester


Erfahrungsbericht von Artem Hasselbach

Also mein Auslandssemester in Mexiko, in Guadalajara an der Universität Panamericana war ein voller Erfolg. Ich habe dort viele neue tolle Leute kennengelernt, konnte meinen kulturellen Horizont erweitern und meine Spanisch- sowie Englischkenntnisse vertiefen. Bevor ich Deutschland verlassen habe, habe ich mein Zimmer im Studentenwohnheim abgegeben, ich hatte während meines Auslandsaufenthaltes gar keinen festen Wohnsitz in Deutschland.
Meinen Fitnessstudiovertrag konnte ich ebenfalls problemlos vorzeitig kündigen. Auf Anraten meines Hausarztes habe ich mich vor meinem Auslandsaufenthalt impfen lassen (gegen Hepatitis A und B sowie Masern), was im Prinzip nicht notwendig gewesen ist, da in Mexiko die Krankheitsinfektionsgefahr relativ niedrig war.

Meine Auslandsversicherung habe ich bei Ergo abgeschlossen, die ich zum Glück nicht in Anspruch genommen habe. Am besten fliegt man nach Nordamerika mit Condor über Cancun. Ich hatte den Fehler gemacht, dass ich mein Flug insgesamt zweimal umbuchen musste, wofür ich jeweils 70 Euro Umbuchungsgebühren entrichtete, weil ich zu der Zeit der Buchung nicht wusste wann ich meine letzte Prüfung in Schmalkalden schreibe und so meinen Flug für ein späteres Reisedatum reservierte, außerdem musste ich aus unvorhergesehen Umständen außerplanmäßig früher nach Deutschland zurück, was ebenfalls eine Änderung des Flugdatums zur Folge hatte. Also am besten den Flug erst dann buchen, wenn man ganz genau weiß, wann man in ein Land hinfliegt und wann man zurückkehrt.

An der UP hatte ich persönlich gar keine Betreuungsangebote in Anspruch genommen, ich habe mich um einen Buddy gar nicht bemüht. Mein Vermieter hatte mich vom Flughafen abgeholt und gezeigt, wie ich zu meiner Universität komme. Zu Beginn des Semesters gab es bei uns an der Hochschule eine Willkommenszeremonie, an der ich als einziger aus Schmalkalden teilgenommen habe, meine Kommilitonen schrieben zu der Zeit noch Prüfungen in Deutschland. Ich hatte das Glück, dass ich meine letzte Prüfung Ende Juli hatte (da ich schon im sechsten Semester und mit dem Grundstudium fertig war) und pünktlich zum Semesteranfang in Mexiko angetroffen bin. Die Auslandsstudierenden wurden bei dieser Eröffnungsfeier sehr herzlich empfangen, wir bekamen sogar von der Universität kleine Geschenke. Uns wurde die Universität gezeigt und wir haben zusammen gefrühstückt.

Unser Betreuer, Carlos und ein paar ehrenamtliche Studierende standen uns während des gesamten Semesters rund um die Uhr zur Seite. Sie haben sich um jedes unserer Anliegen gekümmert. An der Hochschule gab es ebenfalls UPler (Studierende an der Universität Panamarecina), die für die Auslandsstudierenden Reisen, Grillfeste, Sportveranstaltungen, Parties etc. p.p am Wochenende organsiert haben. Das International Office an der UP war sehr hilfsbereit und stand den Gaststudierenden stets zur Vefügung, für Angelegenheiten aller Art, vom verlorenen Koffer am Flughafen bis hin zur Wohnungssuche.

An der Universität in Mexiko hatten wir zudem Anwesenheitspflichten, das heißt, wir durften in einem 4 Creditpoint Fach maximal dreimal fehlen. Die meisten Professoren legten diese Regelung aber nicht so strengt aus, wenn man rechtzeitig Mitteilung gemacht hat, dass man aus organisatorischen Gründen, wegen Krankheit oder gar aufgrund einer Reise nicht zur Vorlesung kommen konnte, wurde in der Regel ein Auge zugedrückt. Die Fächer, die vorher im Web veröffentlicht wurden, wurden auf Englisch unterrichtet, bis auf Geopolitik, für dieses Fach wurde kein englischsprechender Professor gefunden, allerdings konnte man das Fach auch gut bestehen, wenn man jetzt des Spanischen nicht mächtig war, da die Skripte und Prüfungen auf Englisch waren. Der Basic Kurs Spanisch wurde aus didaktischen Gründen natürlich überwiegend einsprachig unterrichtet also auf Spanisch, was ich persönlich auch so richtig fand, weil man eine Sprache am besten durch Interaktion und Kommunikation lernt.

Was den Grad der Internationalität der einzelnen Vorlesungen betraf, kann man sagen, dass er sehr unterschiedlich war, von kaum bis enorm. Also ich hatte zum Beispiel das Fach History of Mexico, wo ausschließlich ausländische Studierende zugegen waren und nicht nur aus Deutschland, sondern unter Anderem aus Korea, Dänemark und vor allem aus Frankreich. In Business Administration waren hingegen nur zwei Gaststudenten, der Rest waren mexikanische Erstmestler. Der Lehrplan an mexikanischen Universitäten war nicht schwer, was ich sehr vorteilhaft fand war, dass wir Zwischenprüfungen hatten, so hing die Gesamtnote nicht von einer einzigen Leistung ab, wie bei uns in Deutschland. Wir waren verpflichtet, uns am Unterricht zu beteiligen und wenn man in den Vorlesungen während des Semester gut mitgearbeitet hat, wurde die Gesamtnote am Schluss aus pädagogischen Gründen hochgestuft. An sich ist die Universitätspolitik in Mexiko viel verschulter als bei uns und gute Noten sind wesentlich einfacher zu schreiben. Den Unterricht dort empfand ich sehr entspannt, es wurde dort viel mehr über Privates, über persönliche Angelegenheiten diskutiert, der Professor hatte nicht wie bei uns von Anfang bis zum Ende seinen Lehrplanunterricht durchgezogen, sondern ist mehr auf die Bedürfnisse, Interessen, persönliche Anliegen seiner Studenten eingegangen.

Aber auch in Mexiko habe ich mich selbst um meinen Stundenplan gekümmert und durfte ihn mir selbst zusammenstellen. Offiziell sollten im Unterricht alle Handys ausgeschaltet sein, es durfte nicht gegessen werden und wie ich bereits gesagt habe, musste man den Professor rechtzeitig in Kenntnis setzen, wenn man aus irgendeinem Grund nicht zur Vorlesung kommen konnte. Außerdem hatten wir pünktlich zum Unterricht zu erscheinen und falls man sich verspätet hat, war es durchaus angebracht, im Klassenraum anzuklopfen, sich zu entschuldigen und zu fragen, ob man noch am Unterricht teilnehmen darf.

Im Endeffekt hatte jeder Professor ein offenes Ohr für irgendwelche Unannehmlichkeiten bezüglich der Universität, aber offiziell war das International Office der erste Ansprechpartner für Fragen, die die UP und das Auslandssemesester betrafen. An der Universität gab es ein Fitnessstudio, das man kostenlos nutzen konnte, aber auch Theatergruppen und es wurden zudem musikalische Kurse angeboten. Das kulinarische Angebot in der Mensa war auch sehr umfangreich. Es reichte von Salaten bis hin zu Fleischgerichten und das alles zu einem adäquaten Preis.


Für mein erstes Zimmer, das ich über Airbnb fand, habe ich umgerechnet 105 Euro gezahlt. Im Prinzip kann man sagen, dass ich in Mexiko bei einer Gastfamilie gelebt habe. Das hatte den Vorteil, dass mich jemand vom Flughafen abgeholt hat und mir half, in einem fremden Land zurechtzukommen. Allerdings war das Apartment in dem ich von August bis September untergebracht war, viel zu weit weg von der UP. Ich war täglich mehrere Stunden mit dem Bus unterwegs, um zur Uni zu kommen, sodass ich mir ab Oktober ein anderes Zimmer in der Nähe der UP ebenfalls über Airbnb genommen habe. Das Apartment, indem ich gelebt habe war etwa 35 Minuten zu Fuß von der Uni entfernt. Insgesamt, inklusive Internet, hat es mich circa 155 Euro gekostet. Das Zimmer war voll möbliert und es wurde auch keine Kaution verlangt. Danach habe ich mein Zimmer unter anderem auch ausgewählt, nämlich ob es preiswert, möbliert, in der Nähe von der Uni war und ob es sich in einem sicheren Stadtteil befand. Der Mietvertrag, wenn man ihn so nennen mag, wurde online über Airbnb abgeschlossen. Beide Zimmer in denen ich in Guadalajara gewohnt habe, lagen etwa 30 km vom Flughafen entfernt. Abgeholt wurde ich kostenlos von einem meiner Vermieter. Für die Hinfahrt hat der Uber Fahrer umgerechnet 8 Euro verlangt.

Der Eintritt in die Stadtmuseen war für Studenten kostenlos. Aber auch Besichtigungen anderer Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel der Pyramiden in Mexiko City waren gegen Vorlage eines Studentenausweises völlig gratis. Als Student konnte man sich ebenfalls ermäßigte Bustickets an der Universität kaufen, so hat man für das Busfahren statt sieben Pesos (33 Cent) nur 3,5 (16 Cent) gezahlt. Insgesamt habe ich im Monat, im Ausland in etwa 700 Euro ausgegeben. 160 hat mich meine Unterkunft gekostet, hinzu kommen 200 Euro für Lebensmittel, dann noch etwa 100 Euro für meine Familienkasse (da ich zu dem Zeitpunkt des Auslandssemesters nicht mehr familienversichert war) und den Rest habe ich für Reisen, Freizeit, etc. ausgegeben. Am Anfang ist es mir in Mexiko schwer gefallen, mich mit den Leuten zu verständigen. Man muss auch sagen, dass ich auch ohne Spanischkenntnisse in das Land gekommen bin. Die wenigsten Mexikaner sprechen Englisch und da war es für mich praktisch unmöglich, jemanden auf der Straße einfach anzusprechen und ihn zum Beispiel nach dem Weg zu fragen. Hinzu kommt, dass ich in den ersten Monaten nicht wusste, wie ich zur Uni komme. Ich meine, ich habe in einer richtigen Metropole gelebt und das Verkehrswesen war dort recht kompliziert. Es gab da so viele Buse und Haltestellen, da ist es mir auch oft passiert, dass ich die falsche Buslinie genommen haben und ganz woanders gefahren bin, als ich eigentlich hinwollte. Vor allem konnte ich niemanden fragen aufgrund von Sprachproblemen, welcher Bus mich zur UP bringt und wo ich alles umsteigen muss. Aber an sich war in Guadalajara das Bussystem recht gut ausgebaut. Es fuhren Busse im 5 Minuten Takt, die dich in jeden Ortsteil der Stadt gefahren haben. Das Taxi ist dort recht günstig, außerdem gibt es in Mexiko auch Uber. Das Straßennetz war in Mittelamerika zwar nicht auf europäischem Niveau, aber du bist schon von A nach B sicher mit dem Auto gekommen. Ich würde den zukünftigen Studierenden raten, die in Mexiko ihr Auslandssemester machen wollen, sich ein Apartment in der Nähe von der Universität zu suchen, über Airbnb findet man dort schon etwas Günstiges. Manche Ortsteile sollten vor allem nachts gemieden werden. Ein paar Auslandsstudenten wurden bei uns auf der Straße in der Nacht überfallen, die die Sicherheitswarnungen ignoriert haben. Ansonsten würde ich empfehlen, Cancun zu besuchen und die Pyramiden in Mexiko City, wer nach Mexiko geht.

Als ich wieder nach Deutschland flog, musste ich am Flughafen lediglich meinen Reisepass vorlegen und so ein Dokument, das ich bei meiner Einreise bekommen habe. Das war eine Art Bescheid, worauf stand, wann ich nach Mexiko gekommen bin. Insgesamt durfte ich mich ohne Visum in Mexiko nicht länger als sechs Monate aufhalten. Meine letzte Prüfung war Ende November. Mein siebtes Semester ging offiziell bis zum 08 Dezember. Ich hatte mich in Cancun, wo ich meinen Zwischenstopp hatte, noch drei Tage aufgehalten, bevor ich außerplanmäßig Anfang Dezember nach Deutschland musste. Die Stadt würde ich jedem empfehlen zu bereisen. Es war zwar keine typisch mexikanische Stadt und die Preise waren dort für mexikanische Verhältnisse recht hoch, aber nichtsdestotrotz war die Touristenmetropole mit ihren Stränden und Naturreservaten definitiv sehenswert. In Mexiko konnte ich leicht Anschluss zu den Leuten finden. Es gab rund um die Uhr in der Stadt irgendwelche Parties, auf die du gehen konntest. Die Leute waren dort sehr gastfreundlich. Du warst immer und überall willkommen. Ich könnte definitiv in Erwägung ziehen, in dem Land langfristig zu wohnen und zu arbeiten. Aber für immer kann ich mir nicht vorstellen aus Deutschland nach Mexiko auszuwandern.




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