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Tutorium Kostenrechnung


Probeklausur - Lösungen


Aufgabe 1 (15)

Die Geschäftsleitung der Charly Harper AG kalkuliert nach dem Verfahren der Zuschlagskalkulation. Für einen Auftrag sind die folgenden Daten bekannt:
Die Kosten für Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne werden zu 100 %, die Materialgemeinkosten zu 80 % und die Fertigungsgemeinkosten zu 60 % als variable Kosten behandelt. Die Verwaltungsgemeinkosten gelten zu 100 % und die Vertriebsgemeinkosten zu 40 % als fixe Kosten.
Fertigungsmaterial: 1.200 €
Fertigungslöhne: 2.200 €
Sondereinzelkosten des Vertriebs: 850 € (100 % variable Kosten)

Zuschlagsätze:
Materialgemeinkosten : 8 %
Fertigungsgemeinkosten: 120 %
Verwaltungsgemeinkosten: 25 %
Vertriebsgemeinkosten: 5 %
Gewinn: 10 %

Ermitteln Sie
a) auf Vollkostenbasis
aa) die Herstellkosten
ab) die Selbstkosten
ac) den Barverkaufspreis.
b) den Preis, unterhalb dessen die Geschäftsleitung auf Teilkostenbasis nicht mehr anbieten sollte (absolute Preisuntergrenze).
c) den Deckungsbeitrag bei einem Angebotspreis von 7.850 €.


Aufgabe 2 (15)

Aus der Alan-Harper-AG sind Ihnen folgende Daten bekannt:
Laut BAB ermittelte Ist-Gemeinkosten:

Materialbereich: 10.000
Fertigungsbereich: 290.000
Verwaltungsbereich: 44.100
Vertriebsbereich: 37.800

Weitere Angaben:
MEK: 100.000
FL: 200.000

Bestandsmehrung unfertige Erzeugnisse: 20.000
Bestandsminderung fertige Erzeugnisse: 50.000

Die Alan-Harper-AG kalkuliert mit folgenden Normalzuschlagsätzen:

Materialbereich: 8 %
Fertigungsbereich: 150 %
Verwaltungsbereich: 10 %
Vertriebsbereich: 5 %

Ermitteln Sie im folgenden BAB Über- und Unterdeckung aller Kostenbereiche und die Ist-Gemeinkostenzuschlagsätze!


Aufgabe 3 (15)

Sie sind Mitarbeiter der Evelyn-Harper-AG. Ihrem Tätigkeitsbereich gehört die Kostenrechnung des Industriebetriebes. Folgende Aufgaben fallen im Laufe des Jahres unter anderem an:

a) Im Rahmen der Kostenartenrechnung werden Kosten in der Evelyn-Harper-AG erfasst. Dazu notwendig ist die Ermittlung der Verbrauchsmengen. Ihr Vorgesetzter kann sich nicht entscheiden, welche Methode angewendet werden soll. Unterschieden werden die Skontrationsmethode, die retrograde Methode und die Inventurmethode. Nennen Sie ihm die Vorteile und die Nachteile dieser drei Methoden. (6)

b) Eine CNC-Fräsmaschien im Wert von 18.000 € wird in der Bilanz linear abgeschrieben. Die geschätzte Nutzungsdauer beträgt 12 Jahre. Kalkulatorisch erfolgt die Abschreibung linear von den Wiederbeschaffungskosten, die mit 24.000 € angesetzt werden.

- Zeigen Sie, wie die bilanzielle und die kalkulatorische Abschreibung am Ende des ersten Nutzungsjahres anzusetzen sind. (Abschreibungsbeträge, Restwerte) (2)

- Erläutern Sie die Auswirkungen der beiden unterschiedlichen Wertansätze auf das GuV-Konto! (1,5)

- Unterscheiden Sie Grundkosten und Zusatzkosten am Beispiel der Abschreibung der Maschine (1,5)

c) Die Evelyn-Harper-AG berücksichtigt Wagnisse in ihrer Kostenrechnung. Ermitteln Sie die kalkulatorischen Wagniskosten! (4)

- Die durchschnittliche Ausfallzeit der CNC-Fräsmaschine beträgt pro Arbeitstag 20 Minuten. Es wird an 174 Tagen im Jahr gearbeitet. Die Reparaturkosten betragen 10 €/Stunde.

- Durch Schwund sind in den letzten vier Jahren 4 Prozent der Durchschnittsbestände der Fertigerzeugnisse verloren gegangen. Der Anfangsbestand der Fertigerzeugnisse betrug 50.000 €, der Endbestand 70.000 €.

Aufgabe 4 (15)

Die MIA-GmbH stellt in ihrem Unternehmen nur eine bestimmte Sorte an Spritzgusteilen her. Für jedes Teil bekommt es von seinem Abnehmer 13,50 € pro Stück. Aus den vergangenen Jahren sind folgende Angaben zu Kosten und Produktionsmengen bekannt:

2011:
Gesamtkosten: 782.400 €
Produktionsmenge in Stück: 65.200

2012:
Gesamtkosten: 831.000 €
Produktionsmenge in Stück: 71.275

Für das Jahr 2013 ist die Produktion von 78.200 Stück geplant.

a) Berechnen Sie die variablen Kosten pro Stück.
b) Berechnen Sie die fixen Kosten pro Jahr.
c) Berechnen Sie die Gesamtkosten für das Jahr 2013.
d) Berechnen Sie den Break-Even-Point.
e) Stellen Sie Ihre Berechnungen in einem geeigneten Koordinatensystem dar.


Lösung
1.
a)
FM: 1.200,00
MGK: 96,00
FL: 2.200,00
FGK: 2.640,00
= HKA/HKP: 6.136,00
VwGK: 1.534,00
VtGK: 306,80
SEKVt: 850,00
= SK: 8.826,80
Gewinn: 882,68
= BVP: 9.709,48

b)
nur variable Kosten:

FM: 1.200,00
MGK: 76,80
FL: 2.200,00
FGK: 1.584,00
= HKA/HKP: 5.060,80
VwGK: 184,08
SEKVt: 850,00
= SK: 6.094,88 = absolute Preisuntergrenze

c)

db = p – kv
db = 7.580 – 6.094,88 = 1.755,12 €

Material Fertigung Verwaltung Vertrieb
Ist-GMK 10.000 290.000 44.100 37.800
Ist-Zuschlagsätze 10 % 145 % 7 % 6 %
Normal-Zuschlagsätze 8 % 150 % 10 % 5 %
Normal-GMK 8.000 300.000 63.800 31.900
Normal-Ist - 2.000 + 10.000 + 19.700 - 5.900
Gesamt Unter-/Überdeckung + 21.800

HKU Istkostenbasis: 630.000 €
HKU Normalkostenbasis: 638.000 €

3.
a)
Skontrationsmethode:
+ genauestes Verfahren
+ Abweichungen (Schwund) leicht zu erkennen
- hoher Aufwand
- Lagerbuchhaltung ist Voraussetzung

retrograde Methode:
+ geringer Aufwand
+ keine Lagerbuchhaltung notwendig
- Abweichungen (Schwund) nicht feststellbar
- tatsächlicher Bestand unbekannt, da nur Schätzwert

Inventurmethode:
+ relativ geringer Aufwand
- ungenau, bloß Differenz aus Inventurbeständen
- Abweichungen nicht feststellbar

b)
Bilanzielle Abschreibung:
jährliche Abschreibung: 18.000 / 12 = 1.500 €
Restwert nach 1 Jahr: 18.000 – 1.500 = 16.500 €

Kalkulatorische Abschreibung:
jährliche Abschreibung: 24.000 / 12 = 2.000 €
Restwert nach 1 Jahr: 24.000 – 2.000 = 22.000 €

Differenzierung bilanzielle/kalkulatorische Abschreibung mit Wirkung auf das GuV-Konto:
Die bilanzielle Abschreibung ist in der Gewinn und Verlustrechnung als Aufwand zu buchen und mindert somit den Gewinn.
Die kalkulatorische Abschreibung wird nicht in das GuV-Konto gebucht und hat somit keine Auswirkungen auf den Gewinn.

Differenzierung Grundkosten/Zusatzkosten:
Grundkosten: Kosten stehen Aufwand gegenüber, am Bsp.: 1.500 € bilanzielle Afa
Zusatzkosten: Kosten stehen kein Aufwand gegenüber, -> alles über die bilanzielle Afa hinaus, am Bsp.: 2.000 – 1.500 = 500 (Zusatzkosten)

c)
Reparaturwagniskosten:
20 min * 174 Tage * 10 €/Std / 60 min = 580 €

Schwund:
Durchschnittsbestand = (50.000 + 70.000) / 2 = 60.000 €
Wagniskosten: 60.000 * 0,04 = 2.400 €

gesamte Wagniskosten: 2.980 €

4.

a) Differenzen-Quotienten-Verfahren -> kv

831.000 € - 71.275 Stück
782.400 € - 65.200 Stück
48.600 € - 6.075 Stück

kv = 48.600 / 6075 = 8 €/Stück

b) Kf

Kv = 8 * 65.200 = 521.600
Kf = 782.400 – 521.600 = 260.800

c) Gesamtkosten 2013
K2013 = 260.800 + 8 * 78.200 = 886.400 €

d) E = K
13,50x = 8x + 260.800
5,5x = 260.800
x = 47.418,18
-> BEP = 47.419 Stück

anderer Lösungsweg zum BEP:
Kf/db = Kf / (p-kv)
260.800 / (13,50 – 8) = 47.418,18 -> 47.419 Stück

e) grafische Darstellung
 (image: http://wdb.fh-sm.de/uploads/Probeklausur1KRLoesung/BEP.jpg)


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