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Auslandssemester in Shanghai, University of Engineering Science


Erfahrungsbericht von Michael Niegel


Mein Auslandssemester führte mich in die Asiatische Mega-Stadt Shanghai mit ungefähr 24 Mio. Einwohnern. Dort besuchte ich die University of Engineering Science, die sich auf zwei Campusse in dieser gigantischen Stadt verteilt. Ein Campus befindet sich in der Stadtmitte, nahe der Shuicheng Road U -Bahnstation an der Xianxia Road. Der andere liegt nahe der U-Bahnstation Songjiang University Town. Diese Station ist von der Stadtmitte in ungefähr 2 Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Meine Planungen für das Auslandssemester in China begannen ca. 3 Monate vor Abflug, Anfang September. Zuerst inserierte ich mein WG-Zimmer bei wg-gesucht.de um für den Zeitraum des Auslandsaufenthalts eine/n geeignete/n Zwischenmieter/in zu finden, sodass ich bei meiner Rückkehr nach Schmalkalden nicht wieder auf Wohnungssuche gehen musste. Die Verträge für Strom, Internet, etc. wurden auf meine übrigen Mitbewohner verteilt. Meinen Flug habe ich über die Fluggesellschaft Emirates mit 2-tägigem Aufenthalt in Dubai über die offizielle Homepage zeitig gebucht. Anschließend habe ich die Auslandsversicherung über die HUK-Coburg abgeschlossen und die nötigen Impfungen bei meinem Hausarzt empfangen. Für alle Fälle ist es auch ratsam, sich eine Reiseapotheke zusammenzustellen.

Es ist auch zeitig an die Beantragung eines Visums zu denken. Studenten benötigen das Visum X2 und können damit für 180 Tage im Land bleiben, ohne es zu verlassen. Nähere Informationen zu den Fristen und Antragsformularen findet man auf den Internetseiten der Chinesischen Botschaft in Deutschland. Tipp: Möchte man zwecks Reisen das Land verlassen und danach wieder einreisen, ist das Visum entsprechend anzupassen. Hilfe wird dabei vom International Office in Shanghai gegeben.
Da in China sämtliche Google-Dienste, Internetseiten, etc. gesperrt sind (Whatsapp funktioniert!) ist es unbedingt nötig, eine VPN Verbindung zu besitzen. Ich habe mir im Google play store kostenlos „Cisco Any Connect“ heruntergeladen. Darüber kann man sich mit seinen Schmalkaldener Hochschulzugangsdaten bequem verbindnen. Allerdings ist diese Verbindung oft langsam, aber ausreichend. Außerdem ist es ein muss sich die App „Wechat“ zu besorgen, da es von allen Chinesen verwendet wird. Die Kommunikation mit dem International Office und sämtlichen Professoren läuft auch über diese App. Des Weiteren ist es empfehlenswert sich die App´s „Smart Shanghai“ und „Shanghai Metro“ zu holen. Eine Chinesisch – Englisch Wörterbuch App ist natürlich vorteilhaft zu besitzen.

Am ersten offiziellen Tag gab es eine Willkommenszeremonie auf dem Campus in der Innenstadt an der Xianxia road mit allen Austauschstudenten an dieser Universität. Einen Buddy bekam man leider nicht zugewiesen. Unsere Auslandskoordinatorin war aber vor Ort und sie stand einem im Laufe des Semesters für Fragen bereit (für Studenten war sie auch über Wechat erreichbar). Die große Anzahl an Kursen, die vor dem Semester angeboten wurde, wurde in den ersten Wochen nach der Willkommenszeremonie leider stark eingeschränkt. Letztendlich wurden nach verschobenem Semesterstart nur noch fünf Kurse angeboten, die jeder Austauschstudent belegen musste um die 30 ECTS zu erreichen. Der überwiegende Teil der Kurse fand auf dem ca. 2 Stunden vom Stadtzentrum entfernten Campus in Songjiang statt. Das Niveau der Kurse lag meines erachtens leicht unter deutschem Niveau, dennoch hatte man durch diverse Essays und Prüfungen einen vergleichbaren Arbeitsaufwand wie in Schmalkalden. Leider war die Internationalität der Kurse nicht so hoch, wie ich mir es vor Semesterbeginn vorgestellt hatte. Es befanden sich in 3 der 5 Pflichtkursen nur Studenten aus Schmalkalden (Bachelor+Master) und andere deutsche Studenten in einer Klasse. In den anderen 2 Pflichtkursen saß man mit chinesischen Studenten im Unterricht. Aufgrund der eigentlich schon vorgegebenen, zu belegenden Kurse wurde der Stundenplan automatisch von der Universität zusammengestellt. Auf dem groß angelegten Campus in Songjiang befinden sich natürlich auch einige große Mensen, in denen man von sehr preiswerten ca. 1 Euro bis mittelpreisigen Gerichten ca. 3 – 4 Euro alles bekommt. Wenn man vom Kantinenessen einmal Abwechslung benötigt, findet man ca. 10 Gehminuten außerhalb des Campus verschiedene, sehr schmackhafte Restaurants, die nicht nur eine chinesische Küche anbieten.
Das International Office organisierte sogar einen Ausflug nach Nanjing. Dieser Ausflug in diese 8 Millionen Einwohnerstadt war sehr gut durchdacht und darüber hinaus für die enthaltenen Leistungen, für umgerechnet ca. 40 Euro sehr preiswert.

Meine ersten Nächte habe ich in einer Airbnb Wohnung verbracht. Von dort aus konnte ich auf die Suche nach einer Wohnung für das restliche Semester gehen. Nach ein paar Tagen Suche fand ich schließlich eine möblierte, neu renovierte Wohnung nahe der Hongqiao Road U-Bahnstation, in der ich mit 3 Mitbewohnern zusammen lebte. Von dort aus konnte man mit der U-Bahnlinie 10 in 3 Stationen zur Shuicheng Road fahren, nahe der der Campus in der Innenstadt an der Xianxia Road gelegen ist. Den anderen Campus nahe der Haltestelle auf der Linie 9 Songjiang University Town, konnte man mit einem Umstieg an der Yishan Road in ca. 1,5 Stunden erreichen. Die Kosten der Wohnung beliefen sich auf ca. 420 Euro im Monat. Die Mietkosten für das gesamte Semester inklusive Kaution mussten jedoch im Voraus bei Einzug innerhalb von 3 Tagen gezahlt werden. Allgemein war die Unterkunft für chinesische Verhältnisse sehr gut. Der einzige Wermutstropfen war allerdings die Baustelle direkt nebem dem Apartment. Die Rückzahlung der Kaution wurde Ende des Semesters per Nachricht an den Vermieter in Wechat organisiert.

Für Studenten gab es neben freien Eintritten auch häufig Vergünstigungen in z. B. Museen, Zoos, …..Doch für die Top-Sightseeing Attraktionen gab es selbst für Studenten keine Ermäßigungen. Dennoch lohnt es sich überall nach Vergünstigungen zu fragen und seine chinesische Studentenkarte vorzuzeigen. Neben den Mietkosten muss man in Shanghai mit ca. 300 – 400 Euro laufenden Kosten rechnen, dabei kommt es natürlich ganz auf deine Reiselust an.

Die Infrastruktur in Shanghai ist hervorragend. Das U-Bahnsystem zählt zwar zu einem der größten weltweit, ist aber durch die farbigen Linien und super Ausschilderung einfach zu befahren. Die Kosten betragen für eine Fahrt höchstens ca. 1,80 Euro, für normallange Alltagsstrecken in der Innenstadt befindet man sich unter einem Euro. Für Taxifahrten liegt der Fahrpreis auch deutlich unter deutschen Verhältnissen. Deswegen ist das Taxi vor allem nach Schließung der U-Bahn (ca. 22 Uhr) ein willkommenes Verkehrsmittel. Für Taxifahrten ist es allerdings sehr empfehlenswert, die Zieladresse in Chinesischer Schrift dem Taxifahrer vorzeigen zu können, wenn man diese zufällig nicht auf chinesisch aussprechen kann.

Shanghai besitzt außerdem 2 Flughäfen. Einen internationalen im Osten der Stadt Namens „Pudong International Airport“ von dem die Linie 2 oder die MAGLEV-Strecke (Magnetschwebebahn) in die Stadt führt. Der nationale Flughafen „Hongqiao Airport“ befindet sich im Westen der Stadt und ist mit der Linie 10 zu erreichen.
Die Bahnhöfe befinden sich auf der Linie 10 „Hongqiao Railway Station“, der Bahnhof „Shanghai Railway Station“ ist mit der Linie 3,4 oder 1 zu erreichen.

Das Größte Problem war neben der anderen Kultur natürlich die Sprachbarriere. Nahezu niemand sprach z, B. in Straßenrestaurants Englisch, sodass man entweder Restaurants mit Englischen Speisekarten suchen musste (dies ist jedoch äußerst selten und meist nur in besseren Restaurants in Malls verfügbar) oder man sucht sich Restaurants mit bebilderten Speisekarten damit man ungefähr weiß, was man bekommt. Auch das fragen nach dem richtigen Weg gestaltet sich manchmal schwierig. Nicht nur wegen der Sprachbarriere, sondern auch wegen der Kultur in China. Auch wenn Personen Englisch sprechen, jedoch nicht den richtigen Weg wissen wird man häufig in irgendeine Richtung geschickt. Daher sollte man bei Zweifel immer mehrere Personen fragen. Vorsicht: Google maps funktioniert zwar in China mit VPN, jedoch sind die Karten selten auf dem richtigen Stand. Daher sollte man diese nur zur ungefähren Richtungsbestimmung verwenden. Orte, die sehr interessant zu besuchen sind, sind u. a. Peking, Nanjing, Hanghzhou, Zhangjiajie, … .

Zusammenfassend kann ich ein Auslandssemester in Shanghai sehr empfehlen, trotz einiger Kommunikationsproblemen zwischen Universität und Studenten. Ich persönlich gehe auf jeden Fall wieder zurück nach Shanghai.






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